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Saturday, 11. March 2017 | 20:00

Konzert

Martin Spengler & die foischn Wiener: ummi zu dia

Souliges Singer-Songwritertum zwischen Blues, Jazz, Pop, Walzer und Bossa Nova

Schon der Erstling „die liebe dad dod und die aundan gfrasta“ der damals noch als Geheimtipp gehandelten Martin Spengler & die foischn Wiener sorgte 2012 für Erstaunen und Begeisterung, 

„Es gibt Musik, bei der man mit den journalistischen Möglichkeiten in der Beschreibung einfach an die Grenzen stößt, die einen an jenen Punkt führt, an dem Worte alleine nicht mehr ausreichen, um jenes Gefühl zu vermitteln, welches über diese zum Ausdruck gebracht wird.“
(Michael Ternai, Music Information Center Austria)

Mit dem zweiten Album „vü föd ned“ etablierten sich Martin Spengler & die foischn Wiener dann endgültig als eigene Stimme im Wiener Weltmusiktheater.  

„Ummi zu dia“, das dritte Album stellt nun in jeder Hinsicht eine Steigerung dar, denn die Poetik von Martin Spengler ist im mittlerweile großen Feld der umgangssprachlichen österreichischen Popdichtung nach wie vor einzigartig in ihrer Qualität. Sie ist von einer sprachlichen Virtuosität, welche die Melancholie Wiens einfängt, und einer Stimmung, die einen vom ersten Satz an fesselt und erst mit Verklingen des letzten wieder entlässt.

Doch..... Liebeslieder in Zeiten wie diesen?

Romantik als Antwort auf den Wahnsinn der Welt?

Ist das nicht Biedermeier?

Ja, schon, eh.

Aber in diesem Biedermeier lauert der Vormärz und in den liebevollsten Melodien und Texten von Martin Spengler & die foischn Wiener versteckt sich nicht nur eine tiefe Melancholie sondern auch höchste Brisanz. Ein Aufbrechen, das in dieser Form an den Soulman of Wienerlied, Franz Schubert erinnert. Und der war revolutionär und Revolutionär. 

Oder an Heinrich Heine, gleichzeitig Verfasser zärtlichster Liebes- und aufrührerischer Revolutionslyrik. Und so schimmert in den neuen Liedern des Komponisten und Texters Martin Spengler der politische Witz, die Haltung aus seinen so privaten Geschichten und brechen ab und an ganz unverblümt den Bann. Spengler kommt damit auch dem zweiten Godfather of Wienerlied, Johann Nepomuk Nestroy ganz nah. So wird das Gesungene politisch und das Politische privat, weil: „Ungefäa viazig Prozent wünschen si an stoakn Maun, woascheinlich weniger Prozent zhaus stoake Fraun“

Musikalisch sind die foischn Wiener mit diesem Album ganz bei sich angekommen und haben den Sound, ihren Sound, endgültig gefunden. Es ist dies die Musik der Welt im Sound Wiens, das ist der musikalische USP der foischn Wiener. Und dieser, ihr Sound ist mittlerweile zum einen noch kompakter und ausdrucksvoller, zum anderen sanfter, verletzlicher und bis zum Verschwinden still. 

Souliges Singer-Songwritertum, das stilistisch zwischen Blues, Jazz, Pop, Walzer und Bossa Nova keine Grenzen mehr aufbaut, aber in der Instrumentierung, im Sound der Stadt fließt. Somit wohl tatsächlich Wiener Weltmusik, die ihre Wurzeln, wie der Jazz und seine Kinder, tief im 19. Jahrhundert hat.

In diesen Sound bringen gerade die foischn Wienerinnen ihre ganz besonderen (instrumentalen) Stimmen ein. Marie Theres Stickler, mittlerweile DIE Institution an der Wiener Knopfharmonika, Manuela Diem, eine der wichtigsten neuen Jazz- und Soulstimmen Wiens. Dazu Manuel Brunner am Bass als unaufdringlich-virtuoser Groovebringer.

Ein besonders prägendes Merkmal auf dem Album ist diesmal die Geige von Johannes Dickbauer. Schier endlos virtuos, doch nicht wichtigtuerisch. Zurückhaltend, wenn die Geschichte im Vordergrund steht, explodierend wenn die Zügel losgelassen sind und „die Ross ins Obndrot“ grooven. Auch Dominik Fuss, Wiens aufstrebender Jazztrompeter und Max Tschidda sensationell am Rhodes Piano, komplettieren die vielfältigen Sounds dieses Albums.

Martin Spenglers Lieder tanzen wieder „ummi zu dia“! Sie tanzen mehr denn je! Sie jubilieren und raunzen, schmeicheln und schimpfen. Sie wärmen und verletzen. Und vor allem: Sie überraschen! Mal verletzlich, fast zerbrechlich, meist groovend wie die Hölle, mit einem großen Juhu das Leben und die Liebe feiernd. Das ist auch zuweilen komödiantisch, kraftmeierisch, doch niemals derb und immer von einer ungeheuren Brillanz der Sprache, von einer Feinheit im Detail durchdrungene Wiener Weltmusik!

„Und herad i di nu amoi lochn, wo wüadn meine Ohrn fia Augn mochn“


Kartenreservierung: +43 664 2302196

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Anton Windhager Str. 7
5201 Seekirchen
www.kunstbox.at



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