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Presseaussendung


Wednesday, 22. November 2017 | 12:00 Bürgermeisterwahl Salzburg: Die Kulturstadt braucht Mut und klare Positionen

Der Dachverband Salzburger Kulturstätten fordert die Bürgermeisterkandidaten und -kandidatin auf zur Kultur in der Stadt Salzburg Stellung zu beziehen – und nennt einige offene Baustellen


»Salzburg ist Kulturstadt« – da dürften sich alle KandidatInnen zur Bürgermeisterwahl wohl einig sein. Im Detail verraten die meisten Kandidatinnen aber nur wenig über ihre kulturpolitischen Positionen. »Kultur ist so ein bedeutender Faktor in der Stadt – vom Tourismus bis zur Lebenskultur –, dass die Wähler und Wählerinnen wissen müssen, was sie erwartet«, sagt Karl Zechenter, Obmann des Dachverband Salzburger Kulturstätten: »Kultur ist Thema. Wir fordern die Kandidaten dazu auf klar zu sagen, was und wie sie die Kultur Salzburgs mitgestalten wollen. Die Kulturstadt braucht Mut und klare Positionen«. Der Dachverband Salzburger Kulturstätten vertritt insgesamt 75 Kulturstätten, davon 46 in der Stadt Salzburg.


Was sagen die Programm der KandidatInnen? Zu wenig.
Was bringt die Zukunft? Ganz sicher ist nur: Der/die kommende AmtsinhaberIn wird im Kuratorium der Festspiele sitzen wird und über deren Budget mitbestimmen. Und sonst? Dezidiert zur freien Kulturszene nimmt SPÖ-Kandidat Bernhard Auinger Stellung: »Aber ich will auch die Alltagskultur nach vorne bringen: Dazu gehören für mich Sportstätten genauso wie ein Programmkino, das Rockhouse genauso wie Galerien, Live im Park genauso wie die neue Salzachbühne in Liefering«.
Harald Preuner (ÖVP) selbst äußerste sich bislang nicht programmatisch zu einzelnen Vorhaben, während Andreas Reindl, FPÖ-Spitzenkandidat, unspezifisch Umbrüche andeutet: »Und man muss hinterfragen, ob jedes Kulturprojekt in bisherigem Ausmaß unterstützt wird. Ich will niemanden etwas wegnehmen, mir muss auch nicht alles gefallen. Aber mehr Maß und Ziel bei der Kulturförderung wäre angebracht.«


Keinen Hinweis auf die kulturpolitische Vorhaben gibt Kandidat Johann Padutsch (Bürgerliste) in seinem Programm, genauso wie Barbara Unterkofler von den NEOS und Christoph Ferch (Bürger für Salzburg) in ihren Darstellungen – eine seltene Einigkeit.

Die offenen Baustellen: Kulturhauptstadt, Rauchmühle
Wer die Wahl hat, hat die Qual – das muss nicht unbedingt sein: In Salzburg gibt es in der Kultur viele Projekte, bei denen sich ein zukünftiger Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin profilieren kann: »Wie steht es mit kulturellen Aktivitäten in den Stadtteilen und wird das Festspiel-Festjahr 2020 ein Fest für alle SalzburgerInnen? Erhält der Sound der Jugend genauso viel Raum, wie ein Sound of Music-Museum? Wie werden die finanziellen Schwerpunkte hier gesetzt? Wer Kultur nur als Mittel zum Tourismus sieht, braucht sich über den Verlust an Lebensqualität nicht zu wundern.«


• Kultur finanzieren: Kulturbudget erhöhen, mittelfristig absichern!
Das ist die entscheidende Frage: Wie halten es die PolitikerInnen mit der Finanzierung? »Mindestens 1% des Gemeindebudgets für zeitgenössische Kulturproduktion und –vermittlung«, sagt dazu Karl Zechenter. Mittelfristige Förderungen haben sich bewährt – alle KandidatInnen – mit Ausnahme der FPÖ – wollen sie beibehalten. Und Salzburg braucht einen Impuls um neues zu ermöglichen – in der kulturellen Bildung, Veranstaltungen und Vermittlung in allen Stadtteilen. Fair Pay für Kulturarbeit muss dabei eine Selbstverständlichkeit sein.


• Rauchmühle vorantreiben!
Wo proben Salzburgs Theaterschaffende, Tänzer, Tänzerinnen und Chöre ihre Auftritte? In kaum geeigneten Räumen – seit Jahren ist das Problem der Probennot der Stadt bekannt und im eigenen Kulturleitbild benannt. »Ein zukünftiger Bürgermeister oder Bürgermeisterin kann hier Mut und Weitblick erweisen und endlich den vielen Salzburger Gruppen ein Probenhaus zur Verfügung stellen«, so Zechenter. Bestehende Pläne dazu dass in der Rauchmühle umzusetzen, sind wieder verschwunden. Die zentrale Frage der Interessenvertretung: Bleibt es beim Probenzentrum oder denkt man hier etwa bereits an eine andere, kommerziell »interessante« Nutzung des Gebäudes? Zudem: es fehlen noch adäquate Probenmögklichkeiten für MusikerInnen!


• »Bewerbung Kulturhauptstadt 2024« demokratisch abklären
Dass die »europäische Kulturhauptstadt« einen Impuls für eine ganze Region geben kann – durchaus auch neue Seiten von sich zu zeigen, die sich nicht zwischen Domplatz und Mozarts Geburtshaus abspielen, kann man in ganz Europa sehen. Noch ist der Zug für eine Bewerbung Salzburgs nicht abgefahren, aber die Zeit drängt: Ende 2018 ist die Bewerbungsfrist. »Der Salzburger Gemeinderat muss sich bis Jänner 2018 im Gemeinderat mit dem Thema befassen und einen Beschluss über eine mögliche Salzburger Bewerbung fassen!«, schließt Thomas Randisek, Geschäftsführer des Dachverbandes der Salzburger Kulturstätten.


Informationen zum Dachverband Salzburger Kulturstätten:



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